Brasilien 2

 

 

 

Rota romantica und Valle dos Vinhedos - auf den Spuren europäischer Einwanderer

 

In San Leopoldo beginnt die romantische Straße. Der Ort gefällt uns nicht. Dafür entdecken wir in einem Vorort ein Schild „Brot und Kuchen“. Hier steht Herr Vetter, der die Backwaren seiner Frau verkauft. Seine Vorfahren sind 1824 hier angekommen. Er findet so nach und nach immer mehr deutsche Worte. So zeigt er uns im Hof einen Baum, an dem die Kirschen am Stamm wachsen. Seine Frau macht daraus Marmelade. Es umringen uns fünf Dackel. Dann eine Einladung zum Kaffee. Wir betreten das Haus, das beachtlich groß ist und nach hinten in einen wunderschönen Garten mit Pool führt. Wir werden köstlich bewirtet mit Brot, Kuchen und Marmeladen. Alles selbst gemacht. Bevor es dunkel wird, verabschieden wir uns, Kuchen und Marmelade im Gepäck.

 

Novo Hamburgo ist sonntags wie ausgestorben und uns viel zu groß. Im kleineren Dois Irmaos sitzen die Einwohner unter einer riesigen Überdachung, lecken Eis, trinken Mate. Rundum Imbissbuden und Kunsthandwerkverkauf. Aus mehreren Lautsprechern tönt es deutsch. Schneewalzer und andere Schunkellieder. In der ehemaligen Kirche werden wir von einem Herrn angesprochen. Heute Abend Jazz brasilianisch – kommt doch!

 

Wir besuchen ein Kaffee Kolonial. Hier soll es leckeren Nachmittagskaffee geben. Also bestellen wir mit Hilfe eines jungen Kellner, der uns alles auf Deutsch erklärt: „ Ihr kennt alles esse, kriegt auch noch nach. Und wenner wollt, kriegder dann noch Torte vier Sorte un Eis.“ Zwei Kellner tragen das riesige Tablett an unseren Tisch, der danach überquillt. Wir sind schon satt vom zusehen. Wahnsinn!

 

Die nächsten Orte der Rota Romantica sind kleine, aber feine und sehr saubere Städtchen mit schmucken Kirchen, gepflegten Häusern und Blumenrabatten. Überall deutsche Namen auf den Schildern der Geschäfte, deutsche Straßennamen. Über eine lange Piste mitten durch den dichten Wald erreichen wir den Ort Jammerthal. Wir sind am Ende der Welt. Auch hier alles sehr gepflegt. So kommen wir noch durch einige Örtchen, wo man eigentlich keine erwartet. Auf einem alten Friedhof mit Gräbern aus der Gründerzeit plaudern wir noch Herrn Blauth, der zusammen mit seiner Tochter die Grabsteine sauber schrubt. Seine Vorfahren aus dem Hunsrück waren unter den ersten, die diesen Landstrich urbar machten.

 

Gramado ist eine Mischung aus St. Moritz und Bad Wörishofen. Kurhotels –  Stressabbau garantiert. Restaurants – Schweizer Fondue und Bier vom Fass. Unzählige Geschäfte – winterwarme Kleidung, Pelzmützen, Nikoläuse und Schokolade. Vergnügungsparks – Dinosaurier, Wasserfall und Dampfmaschinen. Eine bunte Vielfalt für die, die es sich leisten können. Und immer wieder Leute, die sich mit uns unterhalten, die uns eine spezielle Führung auf Deutsch geben oder die nur fragen, ob alles gut ist.

 

Es zieht uns weiter. Und so landen wir bei den italienischen Einwanderern. Wir sind wieder weiter unten, es ist heißer. Hier an der Weinstaße Brasiliens gibt es weniger Kuchen. Dafür Parmesan-Käse, Weine, Salami vom Wildschwein und andere italienische Spezialitäten. Auch hier begeistern uns die liebevoll gestalteten Orte, die vielen Blumen, die Weinberge. Wie viel Mühe und Schweiß mag es gekostet haben, diese Landschaft so schön zu gestalten. Als die Siedler 1895 hier ankamen, fanden sie undurchdringlichen Urwald vor. Jetzt können wir in feudalen Gütern den Wein probieren. Ja, sogar Champagner wird hier hergestellt.

 

Wir wollen weiter, da wir Ende September mit Freundin Uschi in Paraguay verabredet sind und so fahren wir ein größeres Stück durchs Land bis zu den Iguazu-Wasserfällen.

 

Familie Vetter neben ihrem Verkaufsstand. Lieferant von Leckereien. Yerba bei Schneewalzerklängen.

Kaffee Kolonial für Zwei!!! Schnaps und Caipirinha morgens um 10. Yerba-Verkostung.

Apfelstrudel, Hübsches Abendessen zum 50. Reisetag.

 

Auf der Staubpiste in abgelegene Örtchen.

Gramado und Canela mit Alpen-Feeling auf Brasilianisch.

Schneemänner bei 34°C, Kuckucksuhren und dichter Urwald.

 

Bier vom Fass und "Kartoffelküchelchen". Spuren der deutschen Einwanderer auf Schildern, Grabsteinen, in Kirchen.

 

In der Gegend der italienischen Einwanderer. Wein und Parmesan. Aber auch Verabeitung von Yerba in der alten Mühle

 

Dichte Wälder, uralte Riesenbäume. Unzählige Farben und Formen. Affen im Straßenverkehr und Ausflug zum Wasserfall. Richtiges Urwald-Feeling.

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Kommentare: 3
  • #1

    Marianne (Freitag, 15 September 2017 21:09)

    und Mark antwortet: Sei offen für das Schöne, lebe jetzt den Augenblick. Sei offen, deine Seele ruft und sie bringt dir, sie bringt dir dein Glück.
    Macht weiter so schöne Dinge und weiterhin gute Begegnungen.
    Abrazo
    Marianne

  • #2

    Dario Di Napoli (Samstag, 16 September 2017 17:54)

    Wunderschöne Eindrücke und Photos. Man möchte am liebsten auch dort sein!

  • #3

    Anu und Dario (Samstag, 16 September 2017 18:01)

    Faça uma boa viagem e divirta-se no Brasil