Paraguay 1

 

 

 

...immer Richtung Westen

Kaum nahe der Grenze, bildet sich auch schon ein Stau. Wir wissen nur, dass wir vom Zoll in Brasilien für unseren Beppo einen Ausreise-Stempel brauchen. Also macht sich Jürgen auf die Suche nach der zuständigen Stelle. Ich sitze im Auto, harre der Dinge und stricke Socken für ihn.

 

Das scheint dann auch den Grenzbeamten in Zivil auf der Seite von Paraguay so von unserer „Unschuld“ zu überzeugen, dass keiner einen Blick in unseren Beppo wirft. Insgesamt verbringen wir aber 2 Stunden am Zoll. Dann sind wir im neuen Land und wünschen uns nur, aus dem Gewirr von Straßenhändlern, Parkplatzanbietern und Kaufwütigen so schnell wie möglich herauszukommen.

 

Und so landen wir nach wenigen Kilometern auf einem ruhigen, abgelegenen Platz. Es ist so hübsch hier, dass wir auch das wenig ansprechende Toilettengebäude in Kauf nehmen. Am Abend dröhnt laute Discomusik aus den umliegenden Hütten. Und in der Nähe brennt ein Feuer. Alles ist voller Qualm. Das ist nicht unser Platz! Aber – nach einer schlechten Erfahrung kommt auch wieder eine gute.

 

Mit einer speziellen Erlaubnis in dreifacher Ausfertigung dürfen wir zwei Tage lang auf dem Campingplatz der Staudammgesellschaft von Itaipu übernachten. Wenn abends alle Schulklassen weg sind, sind wir alleine mit der Natur. Bewacht werden wir von drei bewaffneten Security-Leuten in kugelsicheren Westen.

 

Über die Piste fahren wir zurück zur Hauptstraße und dann Richtung Independencia. Unser Garmin sucht für uns den kürzesten Weg. Er führt uns etliche Kilometer über Sand- und Erdpisten zu unserer Freundin Uschi. Es ist richtig heiß und wir müssen die Fenster geschlossen halten. Ohne Klimaanlage eine schweißtreibende Angelegenheit. So sind wir froh, als wir dann ankommen.

 

Jetzt wohnen wir im bequemen Gästehaus und freuen uns über ein schönes Bad und eine richtige Waschmaschine. Draußen im Garten blüht es, hier wachsen Mangos, Orangen und Zitronen. Aber auch Salat, Karotten und Kohlrabi. Ein kleines Paradies. Drei große Hunde bewachen das Grundstück. Sie gewöhnen sich schnell an uns.

 

Zusammen mit unseren Gastgebern unternehmen wir einige interessante Ausflüge in die Umgebung. Hier in der Kolonie gibt es die leckersten Kuchen, guten Kaffee und sehr viele deutsche Produkte. Die Leute kennen sich alle und helfen sich gegenseitig.

 

Am letzten Tag besichtigen wir alle zusammen noch eine große Estancia. Hier stehen 800 Rinder auf den Weiden. Wir sind mit dabei, wie ein Teil der Tiere gewogen wird. Eine staubige, anstrengende Arbeit. Für uns ein interessanter Tag mit vielen neuen Eindrücken.

 

Nach sechs Tagen heißt es Abschied nehmen. Ein Dankeschön an unsere Gastgeber. Sie haben uns richtig verwöhnt und wir haben die Zeit hier genossen. 

 

Fliegende Händler an der Grenze. Spiel mit der Kiste - nicht kistenweise Spielzeug! Großes Angebot im Supermarkt.

Salto Monday - Iguacu im Kleinen. Was so alles kreucht und fleucht.

 

Piste zum Natur-Camping Itaipu. Immer staubig. Alles eingefärbt.

Platz unter Bäumen. Spaziergang zum See. Mangobaum.

Coatis (Nasenbären) besuchen uns. Frecher Vogel. Die Affen sind los.

Licht und Stimmung am See.

 

Entlang der Straße. Zuckerrohr-Laster. 15 km Sand und Staub.

 

Seltene Backsteinkirche. Fähre mit Handbetrieb. Im Dorf der Handarbeiten.

Kein Blick weit über das Land, sondern dichter Nebel.

Die Nachfahren der Ureinwohner (Guarani) leben mit ihren Tieren oft weitab der Teerstraßen.

Deutsches in der Kolonie. Igor der große Kuschelhund.

 

Auf der Estancia werden die Rinder zusammen getrieben und gewogen.

Auf dem großen Gelände gibt es auch eine Eukalyptusplantage.

Die Gauchos leben hier mit Pferden, Schweinen, Gänsen. Wenig beliebt sind die oft hohen Termitenhügel.

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Kommentare: 6
  • #1

    Dario (Samstag, 30 September 2017 19:56)

    Hallo Ihr Lieben. Habt Ihr den Chucrut probiert?
    Tolle eindrucksvolle Bilder!
    Ich bastele gerade an meinem Blog für die Japanreise. Vorläufig sieht es so aus: https://cms.e.jimdo.com/app/cms/preview/index/pageId/1193309251?public=https://darioinkansai.jimdo.com/

  • #2

    Marianne (Sonntag, 01 Oktober 2017 19:42)

    Da haste Glück gehabt, dass die Stricknadeln nicht als Waffe gesehen wurden.
    Ist igor ein rottweiler? Versteht er noch schwäbisch oder schon zu lange übergesiedelt?
    Sagt mal, wie werden die eukalyptusbonbons gepflückt, wenn die Bäume so hoch sind? Hat Jürgen eine Maschine entwickelt.
    Macht es weiter gut.

  • #3

    Pia Diesenbacher (Montag, 02 Oktober 2017 13:44)

    Sollte euch meine erste Nachricht nicht erreicht haben, wunderschöne Fotos informativer Bericht. Zu Hause alles i.O., Wünsche erlebnisreiche Weiterfahrt Pia!

  • #4

    Dario (Montag, 02 Oktober 2017 21:26)

    Meine Blogseite ist noch im Aufbau.
    Ich will nicht nur über meine eigene Reise berichten, sondern auch anderen Reisenden Hilfen und Themen anbieten. Daher meine Links-Rubrik.
    Bitte Kontakt unter dinadari@t-online.de

  • #5

    Marianne (Mittwoch, 04 Oktober 2017 12:33)

    Hallo Dario,
    Dir auch eine schöne Reise.
    (Marianne von der Wanderung in Bad Urach vor Jahren)

  • #6

    Dario (Donnerstag, 05 Oktober 2017 21:32)

    Eine Bitte! Könntet Ihr bei jeder neuen Seite Google Map einfügen? Es wäre interessant auf der Landkarte zu sehen, wo ihr gerade unterwegs seid!