Chile 4

 

 

 

Seen und Vulkane

 

 

Auf dem Weg zur Grenze ist die Landschaft teilweise mit einer dicken Schicht aus Asche und Bimsteinbröseln bedeckt. Eine Zeitlang durchqueren wir große Flächen mit toten Bäumen. Grau und ohne Rinde stehen sie da. Vermutlich haben sie einen der Vulkanausbrüche nicht überlebt. Die Grenzbeamten machen es uns diesmal recht leicht und so sind wir eine Stunde später auf der chilenischen Seite. Nach kurzer Zeit wird der Wald dichter, es wächst wieder Gras und am Straßenrand blühen Margeriten. Das Mammutblatt, riesengroß, wächst hier besonders gut.

 

Um uns wieder mit Lebensmitteln zu versorgen, müssen wir 60 km bis zur nächsten Stadt fahren. Hier im kleinen Entre Lagos bekommen wir das Nötigste für die nächsten Tage. Zum Campingplatz führt uns dieselbe Straße zurück. Wir stehen direkt am See und bekommen ein eigenes Bad. Tolle Sache! Wie im Paradies, wenn das Wasser zum Duschen noch warm wäre. Bei einer Fahrt ins nahe gelegene Aguas Calientes baden wir zwar nicht in der heißen Quelle, machen aber eine Wanderung durch den grünen, dicht bewachsenen Urwald. Hier leben bestimmt Trolle und Feen.

 

Weiter geht es in eine Gegend, wo ab 1850 viele deutsche Familien angesiedelt wurden. Mit viel Mühe und unter schweren Bedingungen haben sie das Land urbar gemacht und auch Betriebe aufgebaut. So besuchen wir das deutsche Museum in Puerto Octay, wo heute auf dem Marktplatz eine Art Weihnachtsmarkt stattfindet. Die Handarbeiten, die dort verkauft werden, erinnern uns an die 70ziger Jahre.

 

Besonders schön ist Frutillar, wo entlang des Lago Llanquihue viele der alten Häuser renoviert in wunderschönen, blühenden Gärten stehen. Der Ort besitzt auch ein schönes Theater mit Blick auf den Vulkan Osorno. Im naheliegenden Freilichtmuseum stehen vier alte Gebäude, die wir besichtigen. Und überall gibt es „Kuchen“. Wir können nicht widerstehen.

 

Weiter am Lago Llanquihue entlang (der zweitgrößte See in Chile) landen wir schließlich im Puerto Varas, wo wir im Hof eines Hostels übernachten. So können wir von dort die Stadt zu Fuß erkunden.

 

Am nächsten Tag geht die Route am See entlang bis zum nächsten Campingplatz. Hier ist richtig was los. Auch beim Salto de Petrohue sind viele Besucher. Hier buchen wir auch die Fahrt mit dem Katamaran für den nächsten Tag.

 

Über eine extrem staubige Aschestraße geht es sechs Kilometer bis zur Anlegestelle. Hier drängen sich viele Fahrzeuge, weil ausgerechnet heute ein Vulcano-Marathon stattfindet. Vom ersten Parkplatz schicken sie uns wieder weg. Beim noch freien, gebührenpflichtigen Platz erklärt die gelangweilte junge Frau am Eingang, dass Beppo zu schwer sei!?? Da besitzen wir zwei teure Fahrkarten und dürfen nirgends parken! Zu guter Letzt schickt sie uns auf den Parkplatz für Busse. Fast wäre das Boot ohne uns gefahren.

 

Über den tief grünen Lago de los Santos geht die Fahrt nach Peulla. Hier stehen nur ein paar Häuser und zwei Hotels. Wir schlendern durch den wunderschön blühenden Hotelpark und steigen auf zu einem kleinen Wasserfall. Nach einem Imbiss und netten Gesprächen mit Schweizern, Chilenen und Deutschen bringt uns das Schiff wieder zurück nach Petrohue. Auf dem Campingplatz geht diese Nacht der Bär ab. Zum Glück gibt es Stöpsel für die Ohren.

 

Vom Platz führt eine geteerte, steile Straße zum Skigebiet unterhalb des Osorno. Zum Glück ist er seit dem Jahr 1850 nicht mehr ausgebrochen. Weiter oben liegt noch Schnee, doch ein Weg zu einem alten Krater des Vulkans ist begehbar. Der Pfad führt durch eine seltsame Landschaft, ohne jeden Bewuchs, bedeckt mit bunten Lavasteinen.  Nebel zieht plötzlich auf und versperrt uns den Blick auf den Lago Llanquihue. Wieder zurück in Puerto Varas mieten wir uns wieder im Hostel ein.

 

So können wir am nächsten Tag das 20 Kilometer entfernte Puerto Montt anschauen, ohne wieder nach einer Bleibe suchen zu müssen. Besonders gut gefällt der der Markt in Angelmo, wo die Fischer ihren frischen Fang zum Verkauf anbieten. Der Rest der Stadt ist laut und nicht gerade hübsch.

 

(11.12.17)

 

Abgestorbene Bäume im Grenzgebiet und grüner, üppiger Urwald bei Aguas Calientes.

Alte Baumriesen, Farn beim Austreiben. Riesige Blätter und stachlige Stängel.

 

Puerto Octay:

Zeugen aus alter Zeit - Häuser der ehemaligen deutschen Einwanderer.

 

Frutillar am Lago Llanquihue:

Die Chilenen nennen es ein deutsches Dorf, bekannt für den leckeren Kuchen, viele blühende Gärten und das hübsche Museum mit Gebäuden, die von den Einwanderern erbaut wurden.

1850 kamen die ersten Immigranten und erhielten ein Stück Land und einige Hilfe, um die bisher unbewohnte Gegend urbar zu machen.

 

Puerto Varas:

Wunderschön renoviertes Holzhaus der Douglas Tompkins-Stiftung. Schwarzwaldkirche. Kabelsalat.

Kinderregatta am See. Smartphone-Schau. Duftende Rosenpracht.

 

Petrohue:

Schäumender, gischtender Wasserfall mit Blick auf den Vulkan Osorno. Andenken-Shop.

 

Auf dem Lago de los Santos nach Peulla. Eine "Cascada" die direkt in den See fließt. Wieder an Land.

Eine Exkursion über die Insel wird angeboten. Es blüht überall. Am Abend ziehen Wolken auf.

 

Im Skigebiet am Osorno. Weiter Blick über den See. Buntes Gestein am Rand des alten Seitenkraters.

Schwefelablagerungen. Ganz unten ein Schneemann ohne Schnee. Eigenbau mit Ketten.

 

Puerto Montt:

Früher bestimmt ein hübsches Stadthaus. Im Hafen von Angelmo. Gemischte Kartoffeln.

Fischmarkt. Kein Leder, sondern Cochayuyo (Seetang, der hier gegessen wird). Schafe an Bord.

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Kommentare: 4
  • #1

    Dario (Mittwoch, 13 Dezember 2017 19:15)

    Grenzenlose Begeisterung für die tollen Fotos. Ihr seid ja im Kuchen-Schlaraffenland gelandet. Verderbt Euch mal nicht den Magen!
    Ach ja, mitten in der Vegetation habe ich einen weissbärtigen Troll entdeckt.

  • #2

    Uschi (Donnerstag, 14 Dezember 2017 13:48)

    ja, fantastische Bilder und tolle Erlebnisse. Ich wünsche Euch weiter eine gute Reise. Hier ist es inzwischen sehr warm und seit Tagen kein Regen in Sicht.
    Lasst es Euch weiter gut gehen und weiter erlebnisreiche Reise.

  • #3

    Pia (Montag, 18 Dezember 2017 13:26)

    Lieben Dank fürs Teilhaben lassen, freue mich, daß es euch gut geht, schöne Zeit und alles Gute! Pia zu Hause alles gut!

  • #4

    Dagmar (Freitag, 22 Dezember 2017 08:32)

    Hallo ihr Lieben,
    was habt ihr denn mit Beppo gemacht. Neue Farbe und neue Fortbewegungsart. Aber sieht auch interessant aus. Meine Augen können sich an euren schönen Fotos gar nicht satt sehen und natülich besonders schön, dass man auch euch hin und wieder entdeckt. Weiterhin eine gute Reise. PS: Habt ihr im Auto noch Platz für euch oder ist schon alles voll mit Reiseandenken für Marianne und mich???