Argentinien 9

 

 

 

Wir verlassen Patagonien

 

 

Von Valdes aus geht es immer weiter an der Küste entlang Richtung Buenos Aires. Wir machen kurze Station in manchen Seebädern, die trotz des meist herrlichen Wetters schon ausgestorben daliegen. Die Saison ist vorbei. Die langen Strecken zwischen den Orten führen immer noch durch flaches und trockenes Land. Ein bisschen langweilig.

 

Nach einem Regentag erreichen wir am Nachmittag den Badeort El Condor. Dort reißt der Himmel plötzlich auf und die Sonne kommt durch. Hier entdecken wir eine große Kolonie Papageien, die in den Sandsteinfelsen brüten. Bis Februar sind es cirka 35.000. Doch obwohl schon etliche weitergezogen sind, herrscht noch reges Treiben in den Klippen.

 

Recht plötzlich verändert sich die Landschaft. Felder, grüne Wiesen mit Kühen, Landmaschinen-Händler und Agrar-Werbung . So erreichen wir Bahia Blanca, die letzte Stadt am Atlantik. Der Camping Municipal liegt hübsch, doch die Banos sind unsäglich. So stehen wir mal wieder an einer Tankstelle, wo wir eine recht ruhige Nacht verbringen.

 

Etwas mehr im Landesinnern kommen wir an der kleinen Stadt Torquist vorbei. Nach den oft sehr vermüllten Hafenstädten, herrscht hier ungewohnte Ordnung und Sauberkeit. Weiter geht es nach Sierra de la Ventana, Sommerfrische und Wanderparadies für die Einwohner der heißen Region. Hier stehen, in großen, gepflegten Gärten, schmucke Klinker-Häuser. Die könnten auch im Norden Europas stehen. Gerne hätten wir hier ein paar Tage verbracht, doch die Fähre nach Uruguay ist bereits gebucht.

 

Wir machen noch eine Nacht halt bei „Pollo“, der bei Motorradfahrern sehr bekannt ist. Wir kommen, um ihm Grüße von unserem Kollegen Michael zu bestellen. Sofort öffnet er das große Tor und lädt uns sehr herzlich ein. Umgeben von Orangenbäumchen, blühenden Blumen, Flamingos und Enten am Teich, verbringen wir eine Nacht im wunderschönen Garten dort.

 

Die letzten beiden Tage in Argentinien stehen wir außerhalb vom Zentrum Buenos Aires bei Cristian, der Wohnmobile verleiht und einen Stellplatz mit „Restroom“ und Spüle vermietet. Er und Jürgen verstehen sich auf Anhieb. Denn beide sind VW-Bus-Fans. So führt uns der Geschäftsmann alle seine Fahrzeuge vor, mit denen er selbst immer wieder auf Tour geht. Und wären wir länger geblieben, hätte er noch eine Führung durch die nahegelegene Produktionsstätte für VW-Amaroks für uns organisiert.

 

Sehr früh fahren wir los, um der Rush-Hour in Buenos Aires zu entgehen. Und so brauchen wir für die 40 km auch „nur“ neunzig Minuten, bis wir über die 6-spurige Stadtautobahn und zum Schluss durch Engpässe wegen Straßenarbeiten das Terminal des Buquebus erreichen. Garmin sei Dank! Cristians Kommentar per WhatsApp: „You must hate Buenos Aires!“

 

Jetzt haben wir genug Zeit für die Zollformalitäten, die sich hier recht einfach gestalten. Und es reicht noch für eine Tasse Kaffee mit einem Medialuna. Eine Stunde und fünfzehn Minuten braucht die Fähre, um den breiten Rio de la Plata zu überqueren und wir landen in Colonia del Sacramento in Uruguay.

 

(16.03.2018)

 

El Condor:

Der älteste Leuchtturm Argentiniens. Zwei, die zusammen gehören. Wunderschöne bunte Flugbilder.

Kuschelstunde. Kreischende Gesellen kreisen über uns. Kilometer weit geradeaus.

 

Bahia Blanca:

Imposante alte Gebäude aus den 1920ern.

Gegen Bezahlung werden die Hunde "Gassi" geführt.

 

Torquist - Provinzstädtchen mit Teich und Denkmal für den Herrn Torquist.

 

Sierra de la Ventana:

Und plötzlich sehen wir wieder einige Hügel. Der alte Bahnhof im Ort. Im Schatten schöner Alleen.

Ungewöhnliche Vögel am Wegrand. Alte Schilder und nette Häuschen.

 

Bei Pollo in Azul:

An den Wänden die Kommentare vieler Besucher wird an diesem Ort heftig gewerkelt. John Lennon als Nachbar. Selfi mit Pollo (Jorge)

Flamingos hautnah. Wir verlassen Argentinien mit dem Buquebus.

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Kommentare: 2
  • #1

    Marianne (Montag, 26 März 2018 13:08)

    Hallo Meineexpatagonier,
    Jetzt stellt Euch mal vor, Ihr wärt von 20 Jahren schon nach Südamerika gefahren. Ihr hättet weder eine so schöne Homepage machen können - und uns so teilhaben lassen können -, noch hättet Ihr im Beppo schlafen können - weil die 10.000 Filmrollen hätten den ganzen Platz eingenommen -, noch hätte ich es mitgekommen - weil ich Euch nicht gekannt hätte-.
    So kommt alles zur richtigen Zeit.
    Dickes Abrazo
    Marianne

  • #2

    Monika (Mittwoch, 28 März 2018 17:54)

    Wir freuen uns immer über Eure Berichte und die wunderschönen Fotos!
    Eine gute Osterzeit!
    Monika und Peter