Bolivien 1

 

 

 

Von 100 auf 4000 Meter

 

Die Grenzformalitäten brauchen ihre Zeit (*siehe unten), aber alle sind sehr freundlich und hilfsbereit. Wir sind dankbar für die gute Straße und nach Monaten im flachen Land fahren wir den ersten Hügeln entgegen. Ein ungewohnter Anblick.

 

Gleich zweimal werden wir von Polizeikontrollen aufgehalten, was hier wohl noch öfter passieren wird. Zuerst über eine gute Straße und dann auf der besten Piste, die wir je hatten, erreichen wir Villamontes. Der Eco-Park Don Pastor hat erst seit zwei Wochen geöffnet. Im alten Haus der Familie, können wir uns aufhalten und abwarten, bis im Beppo am späten Abend wieder angenehme Temperaturen herrschen. Stolz zeigen uns Caren und Ricardo das neue Haus, den Pool, den Kiosk.

 

Am nächsten Tag fahren wir in die Stadt. Beim Bankomat gibt es nur eine kleine Summe Bolivanos. Der nahe Supermarkt ist mager bestückt. Hier geht man zum großen Stadtmarkt. Dort kaufen wir, überwältigt vom reichen Angebot, für zwei Euros Obst und Gemüse. Die Tasche ist richtig schwer. Neugierig nehmen wir auch eine ganz reife Maracuja und die uns unbekannte Chirimuya mit.

 

Mittags laden uns unsere Gastgeber ein. Es gibt Fisch vom Grill. Wir können nicht ablehnen, obwohl der Reiseführer gerade in dieser Gegend vor der Bleibelastung im Fluss warnt.

 

Am Abend fährt der 12-jährige Raul mit uns zum großen Freilicht-Theater. Dort führen die Eltern aller Schulklassen traditionelle Tänze aus ganz Südamerika vor. Auch Caren nimmt teil. Es ist schon sehr spät, als wir die Veranstaltung verlassen, die noch viel länger dauert.

 

Am 28. April fahren wir weiter nach Entre Rios. Die Straße mit herrlichen Ausblicken ist schon heftig, aber bei trockenem Wetter recht gut zu bewältigen.

 

Auch in Entre Rios ist es noch schwül und heiß, sodass wir gleich am nächsten Tag über einen 2650 m hohen Pass nach Tarija weiterfahren.

 

Etwas außerhalb stehen wir beim 5-Sterne-Hotel Pasarela. Frederic, der belgische Besitzer ist ein sehr guter Gastgeber. Wir bummeln durch die Stadt, schauen und staunen.

 

Hier wird bis auf über 2000 m Höhe Wein angebaut. So machen wir mit Franklin eine Bodega-Tour. John, unser Fahrer fährt einen heißen, abgefahrenen Reifen. Angeschnallt wird hier nicht. Mein Gurt funktioniert nicht mal. Überholt wird bei durchgezogener Linie und an sehr unübersichtlichen Stellen. Für alle Fälle rufe ich alle Schutzengel zu Hilfe.

 

Wir sind überrascht, wie modern einige Betriebe sind. Unterwegs erzählt uns Franklin, dass man die Leute von Tarija „Chapacos“ nennt. Das sind wohl Typen, die gerne ausruhen. So arbeiten Chapacos vom Sonnenauf- bis zum Sonnenuntergang. Wenn es aber Wolken hat, genießen sie den freien Tag. Und wenn sie dann sterben, steht auf dem Grab nicht „Ruhe in Frieden“, sondern „Ruhe weiter“.

 

Frederic hilft uns einen Arzt für Jürgen zu finden, der eine heftige Halsentzündung hat und fiebert. So bringt uns ein Taxi zum Halsspezialisten. Am Empfang sind erst mal 25 Euro fällig. Dann stellt der nette Doktor fest, dass man hier mit Injektionen sehr schnell Abhilfe schaffen kann. Wir holen in der Apotheke die Medikamente, die für Bolivien recht teuer sind. In der nahe gelegenen Klinik wird Jürgens Hinterteil dann fachgerecht von der netten Laborantin gespritzt. Nach zwei Tagen sind die meisten Symptome weg. Doch die Nase ist zu und hier helfen wohl nur Hausmittel.

 

So steigen wir weiter zum nächsten Ziel. Über einen 4044 m hohen Pass erreichen wir Tupiza (2960 m), das von roten Felsen umgeben ist. Vom Hostal aus besuchen wir den Bauernmarkt in der Stadt und schauen uns im Beppo auch die Umgebung an.

 

Zwei Tagen später fahren wir weiter nach Uyuni.

 

(08.05.2018)

 

 

 

*Die Grenze in Bolivien: Es ist 11:00 Uhr. Das lange Zollgebäude liegt ruhig in der Sonne. Ein paar Lkw parken am Rand. Drinnen ist der klimatisierte Raum in sechs Büros eingeteilt. Halb Paraguay, halb Bolivien. In jedem Raum läuft der Fernseher. Alles geht sehr langsam. Hier, ein Formular ausfüllen, dort ein Stempel. So kommen wir von einem Büro zum nächsten oder warten draußen, bis wir aufgerufen werden. Drin stempelt man emsig. Ein kleiner Frosch hüpft über die Fliesen. Die Beamtin mit den blauen Fingernägeln beschäftigt sich intensiv mit ihrem Smartphone. Ein anderer kommt und bringt von draußen einen 8 cm großen Käfer, den setzt er den Kollegen auf den Tresen. Ein Straßenhund sucht Kühle und legt sich hin. Draußen wird der Beppo besichtigt. Und drin braucht es den nächsten Stempel. Jürgen wird gefragt, was seine Hose gekostet hat. Und welches iPhone er besitzt. Nochmal wird im Beppo nachgeschaut. Dann gibt Jürgen zwei Formulare beim nächsten Gebäude ab und – um 12:00 Uhr sind wir in Bolivien!

 

Willkommensgruß an der Grenze. Der Pool lädt zum Schwimmen ein. Stellplatz mit vielen Tieren.

Fisch vom Grill - gegessen wird mit den Händen. Liebevolle Details. Abschied von der Familie. Roul ist ganz traurig.

 

Kunterbunte Trachten aus allen bolivianischen Provinzen und den umliegenden Ländern.

 

Spannende Fahrt von Villamontes nach Tarija. Fischer unten am Fluss. Endlich geteerte Straße!

 

Tarija:

Wir schlendern durch die Stadt und freuen uns über schöne Gebäude im Kolonialstil und recht saubere Straßen.

Es geht hier recht gemütlich zu. Casa Dorada, das Stadthaus eines reichen Händlers und Geldverleihers. Polizeieinsatz.

 

 

Überall fliegender Handel. Großes Angebot an süßen Teilchen. Erdnuss-Suppe für 1 Euro im Markt.

Saice, die Spezialität in Tarija für den selben Preis. Frisch gepresster Orangensaft. Was das Herz begehrt.

 

Modernste Tanks und Fässer aus französischer Eiche. Destillation von Singani, hergestellt aus Wein.

Ehrwürdig alte Bodega mit extrem süßem Wein und einem wunderschönen Innenhof.

 

Hotel Pasarela in Tarija:

Beppo steht auf einem guten Platz. Diese Hündin hätte uns gerne noch länger behalten. Fröhlich gestrichenes Häuschen

Mateo freut sich über unser Geburtstagsgeschenk. Ackerbau wie einst. Weiter Blick am Abend vom Stellplatz aus.

 

Fahrt von Tarija nach Tupiza:

Grüne Berge, Felder. Friedhof nahe beim kleinen Dorf. Trockene Hochebene.

Bunte Felsen. Steinhäuser heben sich kaum von der Umgebung ab. Im Hintergrund die ganz hohen Berge.

 

Tupiza:

Eindrücke in der Stadt. Indische Flitzer für jeden Einsatz und in jeder Farbe. Eine Stadt von hohen Bergen umgeben.

Kakteen überall. Beppo mitten im Flussbett. Wie im wilden Westen.

 

Auf dem Bauernmarkt:

Riesiges Angebot an Lebensmitteln. Ein bunter Strauß an Körperpflege. Damit die Hausarbeit mehr Freude macht.

In der Tracht der Gegend. So viele verschiedene Kartoffeln. Im hintersten Winkel wird verkauft.

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Kommentare: 2
  • #1

    Dario (Sonntag, 13 Mai 2018 22:06)

    Bolivien ist ein farbenfrohes Land wie eure Bilder zeigen.
    Jürgen weiterhin gute Besserung!

  • #2

    marianne (Samstag, 19 Mai 2018 12:03)

    someinedemzielimmernäherkommenden.

    Wie ist das, so nach fast einem Jahr, träumt Ihr schon spanisch oder geht es noch. Soll ich denn gucken, ob es bei der VH einen Deutsch-Sprachkurs für Rückkehrer gibt.
    Reichen denn die 2 Monate noch aus, um alles zu sehen. Wie groß ist der Rückstand?

    Dickes Abrazo
    Marianne