Peru 1

 

 

 

Berge und Meer

 

Schon früh am Morgen erreichen wir die Grenze. Wie üblich bekommen wir die nötigen Stempel für die Ausreise aus Bolivien. Jetzt noch durch einen Torbogen und schon sind wir in Peru.

 

Ein Stempel in jedem Pass, wir dürfen 60 Tage bleiben. Doch damit Beppo einreisen kann, schickt uns der Beamte in die Stadt, wo wir eine Autoversicherung abschließen müssen. Ein Sammeltaxi nimmt uns mit. Im Laden mit Allerlei, Internet und Versicherungen stellt uns Sandra für 25 Euro das nötige Papier aus. Der Fahrer bringt uns zurück zur Grenze.

 

Jetzt kämpft der Beamte mit den Tücken des Computerprogramms. Doch am Ende ist alles gut, wir dürfen einreisen.

 

Hier auf der peruanischen Seite des Titicacasees leben viele Menschen von der Landwirtschaft. Wir erreichen einen Vorort von Puno und stehen bei einem Hostal. Am nächsten Morgen fährt die Besitzerin mit uns im Colectivo in die Stadt. Unglaublich, eingequetscht auf schmalen Sitzen fahren im Minibus mindestens 15  Fahrgäste samt Gepäck mit.

 

Puno ist eine recht hübsche Stadt mit einigen schönen Gebäuden. Zufällig sind wir gerade am Platz, als ein Umzug mit Kindern an uns vorbeikommt. So begegnen wir Rotkäppchen, den sieben Zwergen und Harry Potter. Wir bummeln durch die Fußgängerzone mit ihren hübschen Geschäften und finden ein Lokal, das uns mit einem leckeren Mittagsmenü überrascht.

 

Am darauf folgenden Tag fahren wir mit dem Boot auf die Schilf-Inseln der Uros und danach zur Insel Taquile, wo nach alter Tradition die Männer stricken und die Frauen weben.

 

Wir sind auf dem Weg zur Colca-Schlucht. Unterwegs machen wir Zwischenstation in einem Hotel in Santa Lucia. Das Zimmer ist recht ordentlich und mit sauberem Bad. Trotz der eisigen Temperaturen gibt es im ganzen Haus keine Heizung, die Fenster sind nicht dicht. Duschen - eine echte Herausforderung! Am nächsten Morgen ist unser Atem zu sehen und draußen auf dem Hof hat Beppo Eisblumen an den Scheiben.

 

Wir frühstücken unterwegs im einfachen Lokal. Es gibt Reissuppe mit Kartoffeln, eine Reis- Nudel- Pommes-Mischung mit Gemüse und Fleischstückchen. Und dann noch eine Tasse Tee mit Brot zum Einbrocken. Bei der Kälte keine schlechte Diät.

 

Über den bisher höchsten Pass (4885 m) erreichen wir Chivay. Hier beginnt die Colca-Schlucht. Wir besuchen einige kleine Dörfer, besichtigen Kirchen, deren Türme seit dem Erdbeben 2016 abgestützt werden müssen. Die Damen im Artesania-Laden freuen sich sehr über unserem Einkauf.

 

Während der Nacht stehen wir wieder einmal auf einem staubigen Hof. Die Besitzerin des Hostels putzt aber extra für uns WC und Dusche. Das Frühstück am nächsten Morgen ist richtig gut. Leider ist Jürgen auf Diät. Sein Verdauungsapparat ist vollkommen beleidigt.

 

Vom Cruz del Condor haben wir einen tollen Blick in die endlos tiefe Schlucht. Über uns kreist schwerelos ein Condor und in den Büschen nippen Riesenkolibris an den Blüten. Beeindruckend sind auch die vielen terrassierten Felder in dieser sehr fruchtbaren Gegend. Besonders gut gefallen uns die schön bestickten Trachten und Hüte der Frauen.

 

Jetzt haben wir genug von der Höhe mit all ihren Auswirkungen auf unsere Körper. Wir schrauben uns abwärts bis Arequipa, das nur noch auf 2350 m liegt. Im Gelände des schönen Hotels Mercedes können wir mal wieder richtig durchatmen.  

 

Die Stadt gefällt uns so gut, dass wir dort fünf gemütliche Tage verbringen, bevor wir ans Meer fahren.

 

Die nächste Station ist Mollendo, das Seebad der Einwohner von Arequipa. Durch eine unwirtliche, wüstenhafte Stein-, Sandlandschaft erreichen wir den Pazifik. Über uns ist der Himmel verhangen. Hochnebel macht alles düster, unwirklich. Die Sonne kommt nicht mehr durch.

 

Die Strände sind nicht besonders schön, verunreinigt durch viel Plastikmüll. Die ganze Gegend gefällt uns nicht besonders. Wir wollen weiter, schönere Landstriche suchen. Bei der Fahrt nach Ilo entdecken wir noch ein Vogelschutzgebiet inmitten einiger Lagunen. Doch ohne Sonne sind die Vögel schlecht zu sehen. Mit Blick auf das Meer führt die Straße durch kahle Sandberge. Nur wenn bewässert werden kann, gibt es einige grüne Oasen.

 

In der Umgebung von Ilo wird Kupfer abgebaut. Zu beiden Seiten der Straße sehen wir große Industriebauten, Wüste, Müll. Wir verbringen die Nacht im etwas morbiden Grandhotel, das einen abgeschlossenen Parkplatz für den 2,50 m hohen Beppo hat. Am Morgen spazieren wir die hübsche Standpromenade entlang, die zur Stadtmitte führt.

 

Beppos Höhe ist auch Grund für die Wahl des Hotels in Tacna, unserer letzten Station in Peru. Wieder fahren wir durch staubige, vermüllte Vororte, bevor wir den Stadtkern erreichen. Chaotisch, laut gibt sich die Stadt, die auch um die Gunst der chilenischen Besucher wirbt. So werden wir alle paar Meter angesprochen. Verkaufsschlager sind neue Zähne, Implantate und Kieferregulierung. Entsprechende Fotos locken auf den Werbeplakaten. Wenn noch alle Zähne intakt – eine neue Brillen oder Kontaktlinsen in nur einer Stunde kann bestimmt jeder brauchen.

 

Das hübsche Eisenbahnmuseum wird gerade total saniert und ist geschlossen. So suchen wir nach einem guten Restaurant, um noch ein letztes Mal Perus Küche zu genießen.

 

Am nächsten Tag verlassen wir den Ort und fahren noch 50 km, bis wir die chilenische Grenze erreichen.

 

(04.06.2018)

 

 

Puno:

Fein verziert. In allen Farben. Die böse Königin mit den sieben Zwergen beim Umzug der Kinder.

Menschenmengen in der Stadt. Werke junger Künstler. Leuchtturm am Hafen.

 

Uro:

Inseln aus Schilf. Handarbeiten der Bewohner. Unterwegs nur mit dem Boot.

Ihr schmeckt es! Spazierfahrt mit dem Schilfboot. Prächtige Zöpfe.

 

Taquile:

Auf dem Weg zur Insel. Der Torbogen zur Inselgemeinschaft. Der Weg führt noch 100 m hinauf.

Pfingstumzug zum Hauptplatz der Insel. Mit Musik und Tanz. Die Männer stricken ihre Mützen selbst.

 

Sillustani:

Hübsche Gehöfte auf dem Weg. Jedes geschmückt mit Stierfiguren. Alte Grabtürme.

Exakter Zuschnitt der Steine vor 700 Jahren. Rundum die Lagune. Die Ernte ist eingebracht.

 

Auf dem Weg zur Colca-Schlucht:

Ganz spezielle Formationen. Eis unter der Humusschicht. Bunter Markt (4885 m) mit Blick auf den rauchenden Vulkan.

 

Colca-Canyon:

Weiter Blick. Kleine, ruhige Dörfer. Junge Frau in typischer Tracht verdient mit dem Baby-Alpaca ein kleines Trinkgeld.

Einfache Behausungen. Terrassierte Felder soweit das Auge reicht. "El Condor pasa".

Großer Anden-Kolibri. Geschmücktes Kreuz. Wilde, grazile Vicunas - Ihre Wolle ist schmuseweich und kostbar.

 

Arequipa:

Gut erhaltene Gebäude aus der Kolonialzeit. Reich verziertes Sillargestein. Vitamine satt!

Alpaca und Co. liefern feine Wolle. Gefärbt mit Naturfarben. Kunstvolle, traditionelle Muster auf dem einfachen Webstuhl.

Casa de Moral mit leuchtenden Farben. Zwei freundliche Herren. Ein Blick auf die Kathedrale der Stadt.

 

Dominikanerinnen-Kloster Santa Catalina - Eintauchen in eine Welt der Ruhe und der Farben:

Kreuzgänge und zarte Malereien. Andenken an die ehemaligen Oberinnen.

Reiche Schwestern hatten große, zweistöckigen Wohnungen mit lauschigen Innenhöfen.

Abgeschiedenheit mit Komfort. Für die Küche waren Dienstmädchen zuständig. Als Mitgift gab es Kunstschätze.

 

Mollendo:

Castelo hoch über dem Meer. Tapferer Schwimmer bei kühlen Wassertemperaturen. Abends am Strand.

Im Naturschutzgebiet zwischen Fluss und Meer.:

Lustige Gesellen. Rotkopfgeier leben hier in großen Kolonien. Nichts wie weg, neugierige Touris kommen!

 

Auf dem Weg nach Ilo - Meer und Wüste. Chilis trocknen in der Sonne. Wunderschöne Berge ohne Leben.

Ilo am Hafen - Pelikan bei Nabelschau. Große Fischereiflotte. Schöne Aussicht vom Hotel.

 

Tacna:

Durch die Straßen. Ceviche eine Spezialität - in Zitrone marinierter roher Fisch. Blick über das etwas chaotische Stadtbild.

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Kommentare: 3
  • #1

    Dario (Mittwoch, 06 Juni 2018 00:40)

    Farbenfrohe Landschaften und Kleidungen der Bewohner. Auf dem Obstmarkt würde ich mir Papayas und Mangos kaufen.

  • #2

    Dagmar (Mittwoch, 06 Juni 2018)

    Hallo ihr Lieben,
    ich bin mal wieder fasziniert von den Farben euer Fotos...man kann sich gar nicht satt sehen. Ich wäre schon manchmal sehr gerne bei euch. Hätte gerne das weiße Alpaka geknuddelt, die Wolle angefaßt und viele der Dinge auch erlebt und gesehen. Bleibt noch schön gesund!!!
    Dagmar

  • #3

    Monika (Samstag, 09 Juni 2018 08:31)

    Wir freuen uns immer über Eure tollen Fotos und die interessanten Berichte!
    Liebe Grüße
    Monika und Peter